Mittwoch, Februar 11, 2026

Qantas, Airbus und thyssenkrupp Uhde haben sich zusammengeschlossen, um HAMR Energy bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, Plantagenreste aus dem „Grünen Dreieck“ in nachhaltigen Flug- und Schiffstreibstoff umzuwandeln. Diese Unterstützung folgt auf den erfolgreichen Abschluss einer Serie-A-Finanzierungsrunde über 10 Millionen US-Dollar und markiert einen wichtigen Meilenstein für Australiens aufstrebende Branche für kohlenstoffarme Kraftstoffe.
Die Kapitalspritze soll die Entwicklung der Methanol-zu-Kerosin-Technologie beschleunigen und die inländische Produktionskapazität ausbauen. Branchenvertreter sehen den Schritt als strategisch klug. Fluggesellschaften und große Emittenten konkurrieren um den langfristigen Zugang zu nachhaltigem Flugkraftstoff, da die Dekarbonisierungsziele weltweit immer strenger werden.
David Stribley, Mitbegründer von HAMR Energy, bezeichnete die Finanzierung als unerlässlich für den Aufbau eines unabhängigen Sektors für kohlenstoffarme flüssige Kraftstoffe. Die Investition wurde von einem Konsortium aus Akteuren der Luftfahrt- und Industriebranche gesichert. Dieses Partnerschaftsmodell signalisiert eine starke Branchenübereinstimmung.
Die Region „Grünes Dreieck“, die sich über den Südwesten Victorias und den Südosten Südaustraliens erstreckt, wurde als wichtiger Rohstoffstandort identifiziert. Sie bietet Skaleneffekte, ist ganzjährig in Betrieb und verfügt über etablierte Ernte- und Transportnetze. Diese Faktoren gelten als entscheidende Vorteile für die Produktion erneuerbarer Kraftstoffe in kommerziellen Mengen.
Nick Chan, Direktor für Unternehmensstrategie bei OneFortyOne, einem Unternehmen, das Plantagen in Australien und Neuseeland verwaltet, bezeichnete die Entwicklung als Wendepunkt für die Forstwirtschaft. Laut Chan stärken die integrierte Logistik und die stetige Biomasseversorgung der Region ihre Fähigkeit, eine verlässliche Lieferkette für kohlenstoffarme Kraftstoffe zu gewährleisten.
Das Vorzeigeprojekt von HAMR Energy, die Anlage zur Herstellung erneuerbarer Kraftstoffe in Portland, soll Plantagenreste in jährlich 300,000 Tonnen kohlenstoffarmes Methanol umwandeln. Das Methanol kann direkt als Schiffstreibstoff verwendet werden. Es kann außerdem durch ein Methanol-zu-Kerosin-Verfahren zu nachhaltigem Flugkraftstoff weiterverarbeitet werden.
Die weltweite Nachfrage nach nachhaltigem Flugkraftstoff wird Prognosen zufolge stark ansteigen und könnte bis 2050 500 Millionen Tonnen erreichen. Die Produktionskapazitäten müssen daher rasch ausgebaut werden. Aus diesem Grund werden inländische Lieferketten priorisiert.
Eine zweite Anlage, Australiens erste große Methanol-zu-Kerosin-Anlage, soll jährlich 135 Millionen Liter nachhaltigen Flugkraftstoff liefern. Dadurch dürften Hunderte von Arbeitsplätzen in der Region entstehen. Auch die Wirtschaft in den umliegenden Gemeinden dürfte ankurbeln.
Für Qantas steht die Investition in die heimische Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff im Einklang mit ihrer umfassenderen Dekarbonisierungsstrategie. Die Fluggesellschaft hat sich verpflichtet, den Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff in den kommenden Jahrzehnten deutlich zu steigern. Eine heimische Versorgungsbasis wird als unerlässlich angesehen. Es werden regionale Arbeitsplätze erwartet. Darüber hinaus könnten sich in ganz Australien positive wirtschaftliche Auswirkungen ergeben.
Fiona Messent, Chief Sustainability Officer bei Qantas, erklärte, dass das vertikal integrierte Modell von HAMR Energy einen konkreten Fortschritt beim Aufbau einer lokalen Industrie darstellt. Der Ansatz integriert Rohstoffbeschaffung, -verarbeitung und Kraftstoffveredelung. Diese Struktur soll die Importabhängigkeit verringern und die nationale Energieversorgungssicherheit stärken.
Airbus hat zudem den strategischen Wert der Methanol-zu-Kerosin-Umwandlung hervorgehoben. Stephen Forshaw, der Repräsentant des Unternehmens für Australien, Neuseeland und den Pazifikraum, bezeichnete die Technologie als vielversprechenden Weg, die Energiewende in der Luftfahrt zu beschleunigen. Eine Produktionsausweitung auf mehrere australische Bundesstaaten könnte den Absatzmarkt erweitern. Eine landesweite Abdeckung ist für Fluggesellschaften mit umfangreichen Inlandsnetzen von großer Bedeutung.
Die Serie-A-Finanzierungsrunde folgt auf frühere Forschungsinitiativen von HAMR Energy. Im Jahr 2025 bestätigte das Unternehmen die Zusammenarbeit im Rahmen des Programms „Fibre to Fuels“ (F2F) mit dem Australian Forest and Wood Innovations Centre for Sustainable Futures an der Sunshine Coast. Die Initiative untersucht die wirtschaftliche Machbarkeit der Umwandlung von Plantagenresten in Methanol mittels Flugstromvergasung.
Bei diesem Verfahren wird holzige Biomasse in einer kontrollierten Umgebung hohen Temperaturen ausgesetzt. Dabei entsteht Synthesegas, das anschließend zu Methanol weiterverarbeitet wird. Das Verfahren gilt als skalierbar und ist zudem mit bestehenden forstwirtschaftlichen Betriebsabläufen kompatibel.
Alex Smith, Direktor von HAMR Energy, erklärte, dass Reststoffe aus Plantagen in Tasmanien, Westaustralien und dem Grünen Dreieck auf ihr Verwertungspotenzial hin untersucht werden. Ziel ist es, zusätzliche Wertschöpfungsketten für Forstbetriebe zu erschließen. Gleichzeitig sollen die Emissionen aus Luft- und Schifffahrt reduziert werden.
Erhebliche Mengen an Plantagenresten werden derzeit nicht genutzt. Diese Materialien können zu erneuerbaren Kraftstoffen verarbeitet werden. Dadurch kann die Wertschöpfung in den regionalen Wirtschaften erhalten und die Lieferketten gestärkt werden.
Die Beteiligung des Industrietechnologieanbieters thyssenkrupp Uhde unterstreicht die technische Kompetenz der Projekte. Prozessdesign-Expertise ist unerlässlich. Die kommerzielle Einführung muss strenge Leistungs- und Nachhaltigkeitsstandards erfüllen.
Die Dynamik im australischen Sektor für erneuerbare Energien nimmt weiter zu. Die politischen Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter. Das Interesse der Investoren steigt. Projekte wie Portland Renewable Fuels positionieren sich als grundlegende Infrastruktur für einen Markt für kohlenstoffarme Kraftstoffe.
Bei großflächiger Umsetzung könnten diese Entwicklungen Australiens Rolle in der nachhaltigen Flugkraftstoffproduktion im asiatisch-pazifischen Raum stärken. Forstplantagen werden als strategische Energieressourcen neu bewertet. Ein neuer industrieller Weg wird geebnet.
Nachrichtenquelle: https://woodcentral.com
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