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Metsä Group wird gesetzliche Verhandlungen zur Umstrukturierung der nordischen Holzindustrie aufnehmen

3. Oktober 2025
Metsä Group – Satzungsverhandlungen

Die globale Holzverarbeitungs- und Forstproduktindustrie bereitet sich auf bedeutende Veränderungen vor, da das finnische Kraftpaket Metsä Gruppe leitet geschäftsfeldübergreifende Verhandlungen ein. Dieser strategische Schritt, Teil eines bereits angekündigten 300-Millionen-Euro-Programms zur Gewinnsteigerung und Kosteneinsparung, ist vor allem auf die schwierigen Marktbedingungen zurückzuführen und könnte vorläufigen Prognosen zufolge zu einem dauerhaften Abbau von bis zu 800 Festanstellungen weltweit führen. Ein Großteil dieser potenziellen Stellenverluste, geschätzt 540, wird voraussichtlich in Finnland erfolgen, dem Heimatstandort des Konzerns und einem wichtigen Zentrum der nordischen Forstwirtschaft.

Der umfassende Kostensenkungsplan, der erstmals am 31. Juli 2025 vorgestellt wurde, hat nun seine Planungsphase abgeschlossen und die Weichen für wichtige Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern gestellt. Diese umfassende organisatorische Umstrukturierung spiegelt die harte Realität für kapitalintensive Unternehmen wider, die in einer volatilen Weltwirtschaft tätig sind.

Die dreifache Bedrohung für die Rentabilität

Jussi Vanhanen, Präsident und CEO der Metsä Group, hat das Zusammentreffen dreier wichtiger wirtschaftlicher Faktoren identifiziert, die die finanzielle Gesundheit der Gruppe schwächen:

  1. Unsicherheit im globalen Handel und schwächere Nachfrage: Die zunehmende Unberechenbarkeit im internationalen Handel hat die Nachfrage nach dem vielfältigen Holzsortiment der Gruppe direkt gedämpft, Zellstoffund Kartonprodukte. Dies steht im Einklang mit den allgemeinen Markttrends im Jahr 2025, in dem geopolitische Spannungen und protektionistische Handelspolitiken die globalen Lieferketten gestört und das Kaufverhalten der Kunden gedämpft haben.
  2. Ungünstige Wechselkursbewegungen: Wechselkursschwankungen haben die Finanzergebnisse des Unternehmens nachhaltig belastet, was insbesondere für internationale Unternehmen mit weltweiten Verkäufen und multinationalen Aktivitäten eine große Herausforderung darstellt.
  3. Steigende Betriebskosten: Der doppelte Druck durch steigende Rohstoffkosten – insbesondere für nordisches Holz, eine wichtige Ressource – und ein allgemeiner Anstieg des Gesamtkostenniveaus hat die Gewinnmargen deutlich gedrückt. Dieses Phänomen wirkt sich auf die gesamte nordische Holzverarbeitungsbranche aus, wo die Unternehmen angesichts steigender Inputkosten um die Aufrechterhaltung wettbewerbsfähiger Preise kämpfen.

Vanhanen wies darauf hin, dass die Kombination aus reduzierten Auslastungsraten aufgrund der Marktschwäche und erheblich höheren Betriebskosten eine „unhaltbare Gleichung“ geschaffen habe, die entschlossenes Handeln zur Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit erfordere.

Die detaillierte Kosteneinsparungsinitiative zielt strategisch auf Bereiche mit dem größten Potenzial für Effizienzsteigerungen ab, wobei der Schwerpunkt auf operativer Exzellenz liegt. Zu den wichtigsten Schwerpunktbereichen gehören:

  • Beschaffungs- und Logistikoptimierung: Rationalisierung des Waren- und Materialflusses zur Reduzierung der Beschaffungs- und Transportkosten – ein entscheidender Schritt angesichts der Massenhaftigkeit von Forstprodukten.
  • Effizienz der Holzlieferkette: Die gesamte Kette – vom Wald bis zu den Produktionseinheiten – soll verbessert werden, um eine effizientere und kostengünstigere Rohstoffversorgung zu gewährleisten. Diese beiden Bereiche werden voraussichtlich einen erheblichen Anteil der geplanten Einsparungen liefern.
  • Restrukturierung und Fixkostensenkung: Implementierung organisatorischer Änderungen zur Rationalisierung der Abläufe und zur dauerhaften Reduzierung der Fixkosten.

Vanhanen würdigte die hohe Leistung der aktuellen Belegschaft, betonte aber gleichzeitig die unausweichliche Notwendigkeit einer Umstrukturierung, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. „Wir müssen die Dinge angehen, die in unserer Hand liegen, und unsere Geschäftstätigkeit so gestalten, dass wir langfristig wettbewerbsfähig bleiben“, erklärte er.

Der menschliche Einfluss

Die geplanten Maßnahmen sollen zwar die Zukunft des Konzerns sichern, sind aber mit erheblichen personellen Kosten verbunden. Die vorläufige Einschätzung deutet auf einen Abbau von 800 Festanstellungen weltweit hin, der Gesamtbelegschaft des Konzerns von rund 9,600 Mitarbeitern. Die stärksten Auswirkungen werden in Finnland zu spüren sein, wo derzeit 540 der insgesamt 5,600 finnischen Mitarbeiter überprüft werden. Neben betriebsbedingten Entlassungen kann die Umstrukturierung auch zu Änderungen der bestehenden Mitarbeiteraufgaben führen.

Die Verhandlungen erfolgen gemäß den spezifischen Arbeitsgesetzen und Tarifverträgen der einzelnen Länder, in denen der Konzern tätig ist. Wichtig ist, dass die geplanten Änderungen keine dauerhafte Schließung von Produktionseinheiten vorsehen. Dies begrenzt zwar die operativen Auswirkungen, verlagert aber die gesamte Last der Kostensenkung auf das Personal und die Effizienz der Lieferkette. Die geplanten Stellenstreichungen betreffen auch Stellen bei Metsä Board, einem börsennotierten Unternehmen und Teil der Metsä Group.

Trotz der dringend notwendigen Kostensenkung hält die Metsä Group an ihrer langfristigen Strategie der biobasierten Innovation fest. Entscheidend ist, dass die Entwicklung neuer Geschäftsprojekte mit Fokus auf nachhaltigen, hochwertigen Holzprodukten ununterbrochen fortgesetzt wird. Zu diesen Projekten gehören Muoto (Faserverpackung Lösungen), Kuura (Textilfaser auf Holzbasis), Lignin Anwendungen (als Ersatz für fossile Chemikalien in Beton und anderen Materialien) und Biobasierte CO2-Abscheidung– repräsentieren die Bemühungen des Unternehmens, seine Zukunftsfähigkeit zu sichern und seine strategische Ausrichtung auf den wachsenden Bioökonomiesektor.

Die Kostenrückstellungen im Zusammenhang mit dem umfangreichen Programm zur Gewinnverbesserung werden voraussichtlich im Finanzergebnis des Unternehmens für das letzte Quartal des Jahres ausgewiesen. Diese umfassende Umstrukturierung ist ein deutlicher Indikator für den enormen Druck, dem die globale Forst- und Holzindustrie derzeit ausgesetzt ist, und verdeutlicht die schwierige Balance zwischen kurzfristigen finanziellen Anforderungen und langfristigem, nachhaltigem Wachstum.

Weitere Neuigkeiten lesen Sie unter: Forstwirtschaft, Supply Chain, Bioökonomie

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