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Sigurgísli Melberg

Sigurgísli Melberg

„In der Holzbearbeitung ist Innovation nur dann von Bedeutung, wenn sie die Leistung im Prozess des Kunden verbessert.“ - Sigurgísli Melberg.

Wir hatten die Gelegenheit, uns mit Sigurgísli Melberg, Vizepräsidentin für Industrielle Fertigung bei MIRKA, einem weltweit führenden Anbieter von Schleif- und Schleifmitteln, zu unterhalten. Frau Melberg gab uns wertvolle Einblicke, wie MIRKA Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit in der Holzbearbeitungsindustrie vorantreibt. Angesichts der ständigen Weiterentwicklung der Branche erläuterte sie, wie das Unternehmen durch die Entwicklung langlebiger und nachhaltiger Lösungen für seine Kunden an der Spitze bleibt. Auszüge.

WPE: Wie trägt MIRKA dazu bei, Innovation und Effizienz in der Holzverarbeitungsindustrie voranzutreiben?

Sigurgísli Melberg: In der Holzverarbeitung ist Innovation nur dann relevant, wenn sie die Prozesse unserer Kunden optimiert. Genau darauf konzentrieren wir uns. Wir unterstützen unsere Kunden dabei, Abweichungen zu reduzieren, die Konsistenz zu verbessern, die Staubkontrolle zu optimieren und längere, stabilere Produktionsläufe zu realisieren. Das bedeutet auch, die Nutzungsdauer der Produkte zu verlängern, Umrüstungen und Ausfallzeiten zu minimieren und den Abfall im Produktionsprozess zu reduzieren.

Dieser Mehrwert ergibt sich nicht allein aus dem Produkt. Er entsteht durch die Kombination von Hochleistungsschleifmitteln und -werkzeugen mit der Unterstützung von technischen Teams, die die Anwendung verstehen und den gesamten Prozess optimieren können. Wenn Produktleistung und technischer Support Hand in Hand gehen, erzielen Kunden höhere Qualität, längere Betriebszeiten und weniger Ausschuss.

 

WPE: Der Markt für Schleifmittel und Schleifmittel ist hart umkämpft. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Stärken, die Ihr Unternehmen von anderen in der Branche abheben?

Sigurgísli Melberg: Was Mirka auszeichnet, ist unser zunehmendes Verständnis von Lösungspartnerschaft, nicht nur von Produktlieferung. In der industriellen Fertigung suchen Kunden mehr als nur ein gutes Schleifmittel. Sie wünschen sich längere Produktionsläufe, weniger Ausfallzeiten, eine stabilere Qualität und Unterstützung bei der Optimierung der Anlagenleistung.

Hier vereinen wir unsere Stärken. Wir kombinieren Produkttechnologie mit technischem Know-how, Engineering-Unterstützung, Prozessverständnis und stetig wachsender Automatisierungskompetenz. Das Ergebnis ist nicht nur eine bessere Produktleistung, sondern langfristig auch eine optimierte Prozessleistung. Letztendlich erinnern sich unsere Kunden daran, wer ihnen geholfen hat, die Produktivität zu steigern, die Produktnutzung zu erweitern und Abfall zu reduzieren.

 

WPE: Nachhaltigkeit ist mittlerweile zum Schlagwort der Branche geworden. Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie, und wie setzen Sie diese Vision in praktische Strategien und innovative Lösungen um?

Sigurgísli Melberg: Es wird viel über Nachhaltigkeit gesprochen, aber unsere Sichtweise ist ganz einfach: Taten sagen mehr als Worte. In der Fertigung muss Nachhaltigkeit im gesamten Prozess sichtbar sein. Das bedeutet weniger Abfall, weniger Nacharbeit, eine effizientere Nutzung von Materialien und Energie sowie sicherere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.

Deshalb trennen wir Nachhaltigkeit und Leistung nicht. Wenn ein Kunde die Produktionszyklen verlängern, Ausfallzeiten reduzieren und Produktionsabfälle vermeiden kann, die sonst auf der Deponie landen würden, ist das ein echter Gewinn für die Nachhaltigkeit. Dasselbe gilt, wenn eine verbesserte Staubabsaugung und Ergonomie das Arbeitsumfeld optimieren. Für uns wird Nachhaltigkeit dann glaubwürdig, wenn sie durch messbare betriebliche Verbesserungen und die passende technische Unterstützung untermauert wird.

 

WPE: MIRKA gilt weltweit als führender Anbieter von Schleif- und Schleifmitteln für die Holzverarbeitung und zahlreiche weitere Branchen. Welche Kernstrategien verfolgen Sie, um sicherzustellen, dass sich Ihre Produkte im Markt kontinuierlich abheben?

Sigurgísli Melberg: Ich würde es etwas anders formulieren. In einem hart umkämpften Markt heben sich Produkte nicht durch Werbeversprechen hervor, sondern durch nachweislichen Mehrwert. Das ist das Prinzip, nach dem wir arbeiten.

Unsere Strategie basiert auf Fokus, Expertise und Fakten. Wir konzentrieren uns auf die Anwendungsbereiche und Segmente, in denen wir wirklich etwas bewegen können. Wir investieren in ein detailliertes Verständnis von Materialien, Prozessanforderungen und Kundenbedürfnissen. Und wir arbeiten daran, den Mehrwert so aufzuzeigen, dass er für den Kunden sichtbar ist – sei es durch höhere Qualität, weniger Nacharbeit, längere Produktlebensdauer, gesteigerten Durchsatz oder geringere Ausfallzeiten. Deshalb ist uns die Partnerschaft mit unseren Kunden so wichtig. Wir verkaufen nicht nur Produkte, sondern unterstützen unsere Kunden dabei, ihre Prozessleistung zu verbessern.

 

WPE: Wie spiegelt sich aus Ihrer Sicht die Entwicklung fortschrittlicher Schleiftechnologien in den aktuellen Trends und sich wandelnden Bedürfnissen der Holzbearbeitungsindustrie wider?

Sigurgísli Melberg: Die Richtung ist eindeutig. Der Markt entwickelt sich hin zu mehr Kontrolle, besserer Wiederholgenauigkeit und saubereren, effizienteren Prozessen. Fortschrittliche Schleiftechnologien werden als direkte Reaktion auf diesen Bedarf entwickelt.

Die Holzverarbeitung wird handwerkliches Können auch weiterhin schätzen, steht aber heute vor einer ganz praktischen Herausforderung: In vielen Regionen wird es immer schwieriger, Fachkräfte zu finden. Deshalb suchen Kunden nach Lösungen, die die Abhängigkeit von manuellen Schwankungen reduzieren und die Produktion stabiler machen. Sie wünschen sich ein besseres Staubmanagement, verbesserte Ergonomie, gleichbleibendere Qualität und in vielen Fällen einen klareren Weg hin zu Robotik und Automatisierung. Die Zukunft liegt also nicht in weniger Handwerkskunst, sondern in Handwerkskunst, unterstützt durch bessere Technologie, bessere Steuerung und reproduzierbarere Ergebnisse.

 

WPE: Könnten Sie uns einige der neuesten Innovationen oder Technologien vorstellen, auf die Sie sich konzentrieren und die die Zukunft der Schleifindustrie prägen könnten? Planen Sie, in naher Zukunft neue nachhaltige Lösungen einzuführen?

Sigurgísli Melberg: Die wichtigsten Innovationen sind diejenigen, die die Leistung reproduzierbarer und die Nachhaltigkeit praktikabler machen. Darauf konzentrieren wir unsere Anstrengungen. Wir sehen großes Potenzial in Bereichen wie verbesserter Schleifmitteltechnologie, staubfreien Lösungen, robotergestütztem Schleifen und Polieren sowie einer stärkeren Integration von Produkten, technischer Unterstützung und Automatisierung.

Robotik gewinnt zunehmend an Bedeutung, da der Fachkräftemangel nicht nur in Europa und den USA, sondern weltweit, insbesondere in Südostasien, eine Herausforderung darstellt. Kunden fordern Lösungen, die Wiederholgenauigkeit, Produktivität und Prozesssteuerung verbessern und gleichzeitig die Qualität sichern. Dasselbe gilt für Nachhaltigkeit. Wir suchen Lösungen, die Abfall tatsächlich reduzieren, die Nutzungsdauer von Produkten verlängern, die Ressourceneffizienz steigern und sauberere, sicherere Prozesse ermöglichen. Das ist Innovation, die Bestand hat.

 

WPE: Abschließend, jenseits von Europa, wie würden Sie die aktuelle Präsenz von MIRKA auf dem US-Markt beschreiben? Sehen Sie Möglichkeiten für eine weitere Expansion in andere internationale Regionen, insbesondere nach Südostasien?

Sigurgísli Melberg: Die USA sind ein wichtiger Markt für Mirka, und wir sehen dort klares langfristiges Potenzial. Es ist ein Markt, in dem Leistung, technische Kompetenz und Kundenservice entscheidend sind, und das passt gut zu unserer Wettbewerbsstrategie.

Generell sehen wir durchaus Chancen in anderen internationalen Regionen, darunter Südostasien. Unser Ansatz ist jedoch diszipliniert. Wachstum bedeutet nicht, überall präsent zu sein, sondern dort relevant zu sein, wo wir aktiv werden. Das heißt, wir konzentrieren uns auf ein klares Segment, bauen die richtigen Kompetenzen an den richtigen Standorten auf und stellen sicher, dass wir unsere Kunden langfristig und zuverlässig unterstützen können. Die Nachfrage nach mehr Automatisierung und Robotik, die unter anderem durch den Fachkräftemangel bedingt ist, beschränkt sich nicht auf Europa und die USA. Wir beobachten diesen Bedarf weltweit und sehen darin ein breiteres Spektrum an globalen Märkten. Dies unterstreicht die Bedeutung eines partnerschaftlichen Lösungsansatzes mit starker lokaler Unterstützung.

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